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14.05.2019

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Interview mit Marc Naumann

»Nach einem Zusammenbruch wurde mir klar, dass ich in meinem Leben etwas ändern musste, so etwas wollte ich kein zweites Mal mehr erleben.«

Im Gespräch mit Gabi Pratz erzählt Marc Naumann, was für Konsequenzen er daraus gezogen hat und was ihn im Leben trägt.

Welche Menschen haben dich wesentlich geprägt?

Im Laufe des Lebens haben mich viele Menschen geprägt, aber wichtig sind meine Eltern gewesen. Schon als Kind hat sich mein Vater nach der Arbeit für mich viel Zeit genommen. Wir haben zusammen Sport gemacht, z. B. Klettern ... Meine Mutter war es, die mich in besonderer Weise werteorientiert geprägt und mich auf meinem Weg zu Jesus begleitet hat – sie hat mir vorgelebt, Glauben in die Tat umzusetzen.

Einen Einschnitt hast du als Teenager erlebt, als deine Eltern sich getrennt haben.

Auch, wenn ich im Nachhinein manches gut verstehen kann, so ist die Situation für mich in dem Moment nicht leicht gewesen. Es hat Zeit gebraucht, das zu verarbeiten, und ich habe meinen Vater vermisst, der damals ins Ausland gezogen ist. Wir haben Kontakt gehalten, aber nicht mehr so nahen. Kurz danach bin ich auf das Internat am Schulzentrum Marienhöhe gewechselt. Zwei tolle Sportlehrer, die mich motiviert und mir gutgetan haben, sind ein klein wenig »Vaterersatz« für mich gewesen.

Nach dem Abitur hast du zunächst Sportökonomie studiert …

Ja, Sport hat einen wichtigen Platz in meinem Leben. Schule ist über längere Strecken nicht so meins gewesen, aber der Sport in der Mannschaft, im Team hat mir durch vieles hindurch geholfen.

… später hast du dich nach einer aufregenden Zeit quasi über Nacht entschieden, Theologie zu studieren (wie es genau dazu kam, sehen Sie in der Sendung »wertvoll«, siehe unten), warum wolltest du gerade Pastor werden?

Es hat verschiedene Gründe gegeben, aber einer ist, dass ich gerne mit Menschen zu tun habe. Immer, wenn ich in einem Team etwas anpacke, blühe ich auf. Das macht mir Freude und ich bringe mich gerne ein. Dass ich dann tatsächlich Pastor geworden bin, da hat Gott seine Finger im Spiel.

Ein paar Jahre später hast du einen Zusammenbruch gehabt, was ist passiert?

Während einer Trauung ging es mir schon nicht gut, meine Stimme wurde immer leiser und ich konnte mein Skript nicht mehr lesen. Danach habe ich mich hingelegt, auch bemerkte ich, dass meine Sprache aussetzte. Mit dem Notarztwagen wurde ich in die Klinik eingeliefert und als ich wieder zu mir kam, konnte ich einige Stunden nichts sehen. Eine erschreckende Erfahrung …

Eine eindeutige Diagnose ist damals nicht festgestellt worden, wie hast du für dich diese Situation bewertet?

Mir ist klar geworden, dass ich etwas in meinem Leben ändern musste. Immer auf Achse, habe ich kaum Momente gehabt, in denen ich abgeschaltet habe. Motiviert durch meine Frau habe ich mir einen langegehegten Traum erfüllt und ein gebrauchtes Rennrad gekauft, um für den Triathlon zu trainieren. So habe ich den Sport wieder als Ausgleich in mein Leben integriert, und das tut mir bis heute gut.

Was trägt dich, wenn es mal nicht so gut läuft?

Für mich und meine Familie ist in solchen Situationen das Gebet sehr wichtig. Ich habe es schon als Kind erlebt, und danach immer wieder. Wenn ich merke, ich kann eine Situation nicht ändern, nicht lösen, dann tut es mir gut, die Situation mit Gott zu besprechen und loszulassen. Ich weiß, Gott ist da, das gibt mir Sicherheit. Und ich erlebe eine Hoffnung, die über das Alltägliche hinausgeht, das ist für mich ein großes Geschenk.

Vielen Dank für das Gespräch.

Bildnachweis: Hope Channel